Behandlung in der Praxis

Haltung

Impfung


Impfung gegen Newcastle Disease ND

Die einzige vorgeschriebene Impfung für Hühner ist die Impfung gegen die Newcastle Disease, eine Erkrankung die auch atypische Geflügelpest genannt wird. Jedes Huhn in Deutschland muss regelmäßig dieser Impfung unterzogen werden. Auch Hühner in Hobbyhaltung und kleinbäuerlicher Haltung müssen regelmäßig geimpft werden.

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Grundsätzlich kommen zwei unterschiedliche Impfstoffarten zum Einsatz. Einerseits ein Lebendimpfstoff und andererseits ein Totimpfstoff. Der Lebendimpfstoff wird üblicherweise dem Trinkwasser beigemischt, welches dann innerhalb von vier Stunden von den Hühnern getrunken werden muss. Der Totimpfstoff muss jedem Huhn einzeln injiziert werden. 
Das Immunsystem der Hühner reagiert unterschiedlich auf die Impfstoffe, was auch zu einem unterschiedlich langen Impfschutz führt. Nach der Lebendimpfung wird ein Impfschutz von 6 Wochen bis maximal 3 Monaten erreicht. Nach Ablauf dieser Frist muss die Impfung wiederholt werden. Folgerichtig muss jeder Hühnerbestand, auch wenn es nur drei Tiere in der Hobbyhaltung sind, spätestens nach drei Monaten wiederholt geimpft werden. Also insgesamt mindestens vier mal pro Jahr. Das Immunsystem der Hühner reagiert auf den Totimpfstoff wesentlich intensiver, was zu einem deutlich längeren Impfschutz führt. Der Impfschutz nach der Totimpfung beträgt 12 Monate. Folglich muss die Totimpfung nur einmal jährlich durchgeführt werden. 
Die Erstimpfung hat immer unmittelbar nach dem Schlupf zu erfolgen und muss immer mit einem Lebendimpfstoff durchgeführt werden. Sechs Wochen später erfolgt eine zweite Lebendimpfung. Drei Monate nach der Zweitimpfung erfolgt dann die dritte Impfung, bei der dann sowohl erneut der Lebendimpfstoff oder auch der Totimpfstoff verwendet werden können
Hühner, die sie legereif erwerben oder schon legend sind, haben auch die vorgeschriebenen Impfungen erhalten. Als neuer Hühnerbesitzer sind Sie aber dann zur weiteren regelmäßigen Impfung verpflichtet. Haben sie Hühnereier selbst ausgebrütet oder von einer Glucke ausbrüten lassen, müssen sie auch die Erstimpfungen bei den Küken eigenverantwortlich durchführen lassen.
Impfstoffe sind grundsätzlich vom Tierarzt anzuwenden, was besonders in kleinen Haltungen zu höheren Kosten führen kann. Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) entstehen folgende Kosten. 1 Anfahrt, Wegegeld.  2. Bestandsuntersuchung vor der Impfung.  3. Die Impfung selbst.  4. Kosten der Dokumentation, das Impfzeugnis und  für den tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebeleg beziehungsweise der Eintragung ins Bestandsbuch.  In der Tat sind das hohe Kosten für die Impfung einiger weniger Hühner. Wir empfehlen daher den Hühnerhaltern von Kleingruppen die einmal jährlich zu erfolgende Totimpfung mittels Injektion. Bei kleiner Tierzahl können sie einen Termin für die Impfung in der Praxis vereinbaren, was die preiswerteste Lösung ist. (ca 30,- Euro für ca 10 Hühner einmal jährlich) Oder sie vereinbaren einen Termin zum Hausbesuch, was für 10 bis 30 Hühner praktikabel ist.(ca. 35,- bis 50,- Euro einmal jährlich) Hühnerherden von 50 und mehr Tieren werden immer mit dem Lebendimpfstoff geimpft, was dann auch vier mal pro Jahr zu erfolgen hat. (etwa 25,- Euro, plus Wegegeld bei Hausbesuch, vier mal jährlich)
Nach erfolgter Impfung, egal mit welchem Impfstoff geimpft wurde, dürfen die Eier weiterhin verzehrt werden. Für Eier gilt eine Wartezeit von 0 Tagen. Die Wartezeit für das essbare Gewebe (das Huhn selbst) beträgt Impfstoffabhängig bis zu 2 Tage.

Die rote Vogelmilbe

Die rote Vogelmilbe ist der wohl hartnäckigste und gefürchteste Parasit im Hühnerstall. Die rote Vogelmilbe befällt nur nachts in der Dunkelheit die Hühner und saugt Blut. Die Blutmahlzeit ist notwendig für die Vermehrung der Milbe. Die rote Vogelmilbe ist sehr lichtscheu und deshalb bei Tag im Hühnerstall nicht anzutreffen. Bei Verdacht sollte nachts ein weißes Tuch zum Beispiel ein weißes Handtuch ausgelegt werden, und dieses nach 20 Minuten mittels Taschenlampe auf kleine "krabbelnde" etwa 1mm große rote Punkte untersucht werden. Ist diese Untersuchung positiv, haben sich rote Vogelmilben eingenistet. 

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Im Frühsommer 2017 kam es zum Fipronil Skandal. Fipronil ist ein sehr effektiver Wirkstoff gegenüber Hühner-Ungeziefer und insbesondere der roten Vogelmilbe. Die Anwendung am Huhn und in der direkten Umgebung des Huhns ist aber streng verboten. Glücklicherweise gibt es seit Ende 2017 ein erstes zugelassenes Arzneimittel welches legal und ohne Wartezeit für die Eier (Wartezeit 0 Tage für Eier) bei Hühnern eingesetzt werden darf. Sprechen sie uns an.